Meine eigene „Dividendenstrategie“: Definition und Kriterien für die Aktienauswahl; So wird die Strategie zum langfristigen Erfolg

Im Internet findest du einige Artikel über das Thema „Dividendenstrategie“. Diese Anlageform gewinnt gerade immer mehr Freunde – kein Wunder, bei der derzeitigen Zins-Situation.

Im Allgemeinen bedeutet eine solche Strategie, dass man gezielt Aktien aussucht, die eine möglichst hohe Dividende bezahlen, so dass auch in Zeiten mangelhafter Kurssteigerungen eine gesunde Verzinsung durch die Dividende gesichert ist.

In diesem Artikel möchte ich euch die Nachteile der Standard-Dividendenstrategie aufzeigen und beschreiben, wie man mit einer abgewandelten Form dieser Strategie langfristig entspannt sehr gute Renditen erzielen kann. Außerdem gehe ich darauf ein, welche Kriterien eine „Dividendenstar“-Aktie erfüllen sollte. Welchen enormen Effekt eine jährlich steigende Dividende für den Anleger haben kann beschreibe ich im Artikel „Effekt steigender Dividenden auf deine Rendite„.

Nachteile der „Standard“-Dividendenstrategie: „Wer zahlt die höchste Dividende?“

Bei der Standard-Dividendenstrategie sehe ich folgende Nachteile:

  • Es kommt nicht selten vor, dass ein Unternehmen zwar eine große Dividende zahlt, aber aus den falschen Gründen. Sie will damit z.B. Aktionäre beruhigen, weil der Kurs der Aktie schon längere Zeit immer weiter fällt. Wenn ein Anleger so etwas nicht beachtet, landet er trotz der Dividende schnell im Minus. Eine Aktienauswahl nur auf Grundlage einer hohen Dividende führt langfristig nicht zum gewünschten Ergebnis. (Siehe auch: „Meine Kriterien für die Aktienauswahl“)

  • Dividenden schwanken in der Regel und können auch mal ganz ausgesetzt werden. Eine konsequente Anwendung dieser Strategie bedeutet daher, dass man ständig Aktien in seinem Depot austauschen muss, wenn ein Unternehmen zu wenig oder keine Dividende mehr zahlt. Es müssen also ständig Anpassungen am Depot vorgenommen werden. Das bedeutet mindestens einen hohen Zeitaufwand.
  • Das ständige Selektieren und Austauschen von Aktien durch den Blick auf die Dividende ist ein aktives Investment, verbunden mit allen Nachteilen, die das mit sich bringt:
    • ständige Transaktionskosten für Kauf und Verkauf
    • „Rosinen-picken“ mit einem engen Fokus auf die Dividende bedeutet in fast allen Fällen eine schlechte Risiko-Streuung
  • Wenn einem Unternehmen Gewinne entnommen und ausgeschüttet werden, dann sinkt an diesem Tag logischerweise der Wert des Unternehmens um genau diesen Betrag. Dieser „Wertverlust“ findet natürlich auch bei der Aktie statt. In der Folge wirst du am Tag nach der Ausschüttung einen gesunkenen Aktienkurs mit der Bezeichnung „exD“ (= nach Dividende) vorfinden, das ist der sogenannte „Dividendenabschlag“. Um wirklich plus zu machen, musst du also mit einem Verkauf warten, bis die Aktie mindestens wieder den Wert vom Tag vor der Ausschüttung hat, sonst hast du aus der Dividende keinen Vorteil. Das kann unterschiedlich lange dauern.

Aufgrund dieser Nachteile wird in einigen Artikeln von der Verfolgung der Dividendenstrategie abgeraten, da sie unterm Strich meistens sogar schlechter abschneidet als andere Strategien. Im Wesentlichen stimme ich dieser Ansicht eindeutig zu. Ohne eine Modifikation der Strategie, (bei der nur die Höhe der Dividende über den Kauf oder Verkauf entscheidet) würde ich diese Strategie nicht empfehlen. Aus diesem Grund habe ich mir eine eigene Dividendenstrategie erarbeitet.

Meine „eigene“ Dividendenstrategie: „Wähle Aktien von Unternehmen, die infolge stetig steigendem Unternehmenserfolg regelmäßig eine steigende Dividende zahlen.“

Mir ist es wichtig, langfristig Vermögen aufzubauen und eine möglichst gute Verzinsung bei geringen Kosten zu erreichen. Außerdem möchte ich nicht zu „aktiv“ vorgehen, d.h. Entscheidungen sollen langfristig Bestand haben und es sollte nicht so sein, dass ich in meinem Depot ständig Aktien oder Indexfonds austauschen muss. Aus diesem Grund mische ich meinem Depot Aktien bei, die meine Kriterien erfüllen. Zu diesen Kriterien gehört auch (aber nicht ausschließlich) die Dividende. „Rosinenpicken von Titeln mit der aktuell höchsten Dividende“ halte ich nicht für sinnvoll.

Kriterien für meine „Dividendenstars“:

Meine Aussagen über die positiven Aspekte der Dividende gelten ausschließlich für diejenigen Unternehmen, die es schaffen, folgende Kriterien zu erfüllen:

  • eine konstant gute Kursentwicklung und
  • eine konstante Dividendenzahlung und
  • eine konstante Steigerung der Dividende

Nur dann handelt es sich in meinen Augen um einen „Dividendenstar“. Diese Sichtweise erweitert die „Standard“-Dividendenstrategie um den Aspekt, dass es außer mit der Dividende auch mit dem Unternehmenserfolg dauerhaft aufwärts gehen sollte, um als Langfristanlage interessant zu sein.

Trotz der guten Resultate, die du mit echten Dividendenstars erzielen kannst, empfehle ich dir dennoch, dass dein Basisinvestment eine passive Geldanlage ist und dass du beim Hinzufügen von Einzelaktien unbedingt auf eine sinnvolle Streuung achtest und nicht Aktien aus einem einzigen oder zu wenigen Sektoren wählst.

Das ist zwar dann immer noch eine Dividenden-orientierte Anlagestrategie, jedoch wirst du mit einem kostengünstigen „Buy and Hold“ aus dem Effekt der kontinuierlich steigenden Dividenden eine persönliche Rendite erreichen, die viele andere Geldanlagen in den Schatten stellt.

Wenn dich das Thema interessiert, empfehle ich dir folgenden Artikel: „Effekt steigender Dividenden auf deine Rendite: So werden langfristig aus 3% – > 30% Dividendenrendite

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