Langfristiger Vermögensaufbau mit Aktien – Meine eigene Strategie und Erfahrung

Meine Strategie für den langfristigen Vermögensaufbau ist, eine möglichst gute Verzinsung bei geringen Kosten zu erreichen. Aus diesem Grund halte ich eine passive Anlagestrategie mit Indexfonds (ETF) für die eigene Vermögensbildung für geeignet, da diese für Privatanleger kostengünstig und transparent sind. Außerdem sind Indexfonds vor allem für Börsen-Einsteiger passend, da deren Strategie sehr leicht verständlich und auch die Auswahl eines guten Indexfonds zumeist leichter, als die einer Aktie ist. (Siehe: „Was ist ein Indexfonds (passive Fonds)? Unterschiede und Vorteile gegenüber aktiven Fonds“)

Neben dieser „passiven Anlagestrategie“ besteht die Möglichkeit zusätzlich in Aktien (Einzelwerte) zu investieren. Bei der richtigen Wahl der Aktien können langfristig gute Renditen erzielt werden.

In diesem Artikel möchte ich folgende Fragen beantworten:

  • Was ist der Unterschied zwischen einer Anlage in einen passiven Indexfonds (ETF) und einer Anlage in eine Aktie?
  • Wie ist meine eigene Strategie und Erfahrung mit Aktien?
  • Wie finde ich die passenden Aktien für mich? Meine Regeln für die Aktienauswahl

Was ist der Unterschied zwischen einer Anlage in einen passiven Indexfonds (ETF) und einer Anlage in eine Aktie?

Bei einem passiven Fonds wird die Zusammensetzung des Portfolios durch den betrachteten Marktindex bestimmt, d.h. beispielsweise ein Indexfonds auf den DAX beinhaltet Aktien der 30 deutschen „wichtigsten“ Unternehmen. Ein Indexfonds besteht also u.a. aus Aktien.

Bei einer Investition in einen Einzelwert (Aktie) sucht sich der Anleger ein Unternehmen aus, an dem er gerne beteiligt sein möchte. Die Auswahl ist seine eigene Entscheidung, die durch keinen Index oder ähnliches beeinflusst wird. Hieraus ergibt sich auch das erhöhte Risiko. Es gibt keine Risikostreuung innerhalb der Investition und auch die Auswahl ist schwieriger.

Der Kauf und Verkauf von Einzelwerten (Aktien) ist vergleichbar mit dem von passiven Indexfonds. Aktien können auch an der Börse gekauft und verkauft werden. Bei jedem Kauf oder Verkauf fallen Gebühren an, deren Höhe abhängig vom Kaufbetrag ist. Für Aktien werden in der Regel keine Sparpläne (regelmäßige Einzahlung) angeboten.

Die Geldanlage in Aktien empfehle ich nur denjenigen, die sich bereits intensiver mit dem Thema Aktien beschäftigt haben und denen das erhöhte Risiko bewusst ist. Bei einer Investition in einzelne Aktienwerte ist das Risiko u.a. höher als bei einem Fonds, da es keine große Risikostreuung besteht. (Siehe auch: „Wann kann ich in Aktien investieren? Voraussetzungen für den Einstieg“)

Wie ist meine eigene Strategie und Erfahrung mit Aktien?

Ich habe mich bei meiner Vermögensbildung dazu entschieden, nicht nur passiv auf die Marktentwicklung zu setzen. Ich wollte zusätzlich auch aktiv etwas tun. Natürlich sollte auch das kostengünstig und entspannt sein. Um meine passive Strategie nicht zu torpedieren kam ein wiederkehrendes Wechseln meiner passiven Anlagen (also der Indexfonds) nicht infrage. Passiv anlegen führt nur dann zum Erfolg, wenn man auch genau dabei bleibt. Passive Anlagen aktiv zu bewegen führt zu einem schlechteren Ergebnis.

Die Fragestellung lautete also: „Wie kann ich die richtigen Aktien finden? Wie bringe ich die zu erwartende Verzinsung aus meiner rein passiven Anlagestrategie mit einer sinnvollen Auswahl an einzelnen Aktien noch etwas besser voran?“

Das widerspricht erstmal grundsätzlich allem, was ich dir bislang nahegelegt habe, nämlich passiv zu investieren. Daher betone ich: du kannst, du musst aber nicht. Einzelaktien erfordern zwar zunächst auch nur die gleiche Vorarbeit wie deine Indexfonds auch – du musst dir welche aussuchen.


Während es aber bei einem Indexfonds auf den MSCI World Index eher egal ist, welchen du wählst, da alle genau das gleiche tun, ist das bei Aktien nicht der Fall. Hier wird es extrem wichtig, die richtigen zu auszuwählen, da der Erfolg einer Anlage in Aktien direkt mit dem Schicksal eines einzigen Unternehmens verbunden ist. Im Folgenden möchte ich dir an einer positiven und einer negativen eigenen Erfahrung mit Aktien aufzeigen, was dir auch passieren kann.

Meine NOKIA Erfahrung: Greifst du hier extrem daneben, dann lasse ich den Spruch ein wenig gelten, den ich sonst so sehr ablehne: „da kannst du doch nur dein Geld verlieren“. Ich sage es gleich vorweg: das gilt auch für sehr gute Unternehmen. Als Beispiel sei hier NOKIA (WKN 870737) erwähnt, ein Unternehmen das lange Jahre der unangefochtene Weltmarktführer und Kundenliebling für Mobiltelefone war und mit deren Aktien alle Anleger enorm Spaß hatten. Dann kam das iPhone und NOKIA dachte, das könne man aussitzen:

Nokia (WKN 870737) on Null auf 900% und wieder zurück. (Quelle: Yahoo Finance; eigene Darstellung)

Nokia (WKN 870737) on Null auf 900% und wieder zurück. (Quelle: Yahoo Finance; eigene Darstellung)

Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich: Aktien erfordern ein Mehr an Aufmerksamkeit als ein Indexfonds. Mit Nokia hatte ein Anleger 13 Jahre lang Spaß mit der Strategie „Kaufen und abwarten“. Dann begann der Niedergang. Und glaub bitte nicht, dass einem Langfristigen Nokia-Aktionär der Ausstieg leicht gefallen ist.

In meinem Fall war das so: Ich hatte die Nokia ab Mitte 1998 und habe dann die Modewelle der Telekommunikationsaktien bis ins Jahr 2000 mitgemacht. Von 10 Euro auf 60 Euro in nur 2 Jahren. 600% Plus. Dann platzte diese Blase und die Aktie kam wieder runter auf 12 Euro. Ab da schaut der Anleger auf den früheren Höchstkurs. Er sieht, dass alle immer nur mit Nokia Telefonen herumlaufen. Ab da wartet man auf die Erholung. Die kam dann auch. Bis 2009 gab es eine Erholung auf immerhin rund 45 Euro. Bezogen auf meinen Kaufkurs waren das immer noch 400% in 10 Jahren. Bis ich zur Erkenntnis kam „Ne, die schaffen den Sprung nicht mehr. Die blicken es einfach nicht. Nach so vielen Jahren haben die jetzt auch endlich mal ein Smartphone – und dann machen die nicht mal Android, nein, die wählen Windows“. Als ich Nokia endlich aufgegeben habe, lag der Kurs bei 9,82 Euro. Für mich hieß das 12% Verlust in 15 Jahren. Jedes miese Sparbuch wäre besser gewesen…

Meine Danaher Erfahrung: Neben der eher wechselhaften Erfahrung mit NOKIA habe ich auch sehr gute Erfahrungen mit Aktien und damit sehr guten Renditen gemacht. Als ein Beispiel für diesen Artikel möchte ich die Aktie des Konzerns Danaher nennen. Der Mischkonzern Danaher (WKN 866197) besteht mittlerweile aus mehr als 400 Unternehmen (Siehe auch Wikipedia) und ist in den letzten 30 Jahren sehr erfolgreich gewesen.

Danaher (WKN 866197): Der Aktienkurs zeigt eine sehr gute langfristige Entwicklung. Die Rückgänge wurden langfristig immer ausgeglichen (Quelle: Yahoo Finance; eigene Darstellung)

Danaher (WKN 866197): Der Aktienkurs zeigt eine sehr gute langfristige Entwicklung. Die Rückgänge wurden langfristig immer ausgeglichen (Quelle: Yahoo Finance; eigene Darstellung)

Der Aktienkurs ist von 1990 bis in Jahr 2016 von 2 Euro auf 70 Euro gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 3.500%. In dem Langfrist-Chart ist nicht mehr zu erkennen, dass es auch enorme Kursrückgänge gab. Im Jahr 2008/2009 ging der Kurs aufgrund der Wirtschaftskrise von 45 Euro auf 25 Euro zurück (-44%). Nach drei Jahren (2012) war der Rückgang wieder ausgeglichen. Dies verdeutlicht sehr schön, dass auch bei einer Investition in Einzelwerte (Aktien) langfristig gedacht werden sollte. Ein wirklich gutes Unternehmen wird Kursrückgänge, die auf äußeren wirtschaftlichen Einflüssen beruhen ausgleichen können.

Fazit: „Mit der Wahl der richtigen Aktie kann deinem Depot der Turbo versetzt werden“

Ich hoffe ich habe dir mit den oben beschriebenen zwei Beispielen aus meinem Aktionärsleben verdeutlichen können, dass die Wahl der richtigen Aktie nicht leicht, aber der entscheidende Faktor ist.

Bei Aktien musst du genauer hinschauen als bei einem Indexfonds, der praktisch den gesamten Weltmarkt oder einen bedeutenden Teilsektor davon beinhaltet. Zusätzlich musst du aktiv Entscheidungen fällen. Wie du an der Nokia Aktie siehst ist das nicht leicht. Pardon… ehrlich gesagt: das ist der schwierigste Teil. Ich habe damals zu spät losgelassen. Inzwischen bin ich konsequenter in der Auswahl meiner Aktien und auch dabei, wenn Reaktionen gefordert sind. Unterm Strich fahre ich ein sehr gutes Ergebnis etwas oberhalb der Marktrendite des MSCI World ein.

Wenn du diesen Schritt auch gehen willst, dann wird vor dem oben genannten Hintergrund sofort klar, was für deine Aktienauswahl gilt: Wenn du eine Aktie kaufst, dann soll sie langfristig in deinem Depot liegen und für dich arbeiten können ohne dass du wöchentlich überprüfen musst, ob die Aktie noch gesund ist, ob das Unternehmen dahinter noch auf Kurs ist, ob sein Absatzmarkt noch funktioniert – und so weiter.

Wie finde ich die passenden Aktien für mich? Meine Regeln für die Aktienauswahl

In diesem Artikel ist deutlich geworden, dass „bei der richtigen Wahl der Aktien … langfristig gute Renditen erzielt werden“ können. Leider ist die „richtige Wahl“ nicht einfach und auch erfahrene Profis liegen mit ihrer Einschätzung oft daneben. Für Privatanleger halte ich es für sinnvoll die Auswahl anhand selbst festgelegter Kriterien zu treffen. Ich habe mir vor ein paar Jahren sieben Grundregeln für die Aktienauswahl formuliert, die ich bei jedem Aktienkauf berücksichtige. Seit ich diese Regeln beharrlich berücksichtigt habe, bin ich mit meinen Einzelaktien sehr erfolgreich unterwegs.

Wenn du mehr über das Thema „Aktien“ wissen möchtest, kannst du hier weiterlesen:

Wir freuen uns immer über eure Kommentare. Im Rahmen dieses Artikels würde uns interessieren, welche Erfahrungen ihr bisher mit Aktien gemacht habt.

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